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9. Mai 2011 - sofort frei



 


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Die Rallyekarten der Value-Anleger: Ohne Ziel geht gar nichts

8. Acatis-Value-Konferenz am 6. Mai in Frankfurt am Main

Erfolgreich investieren in Seitwärtsmärkten

Was passt noch zusammen?

 

Frankfurt am Main, 9. Mai 2011 (mpr) – Investoren haben heute keine einfachen Rezepte mehr. Selbst der legendäre Warren Buffet wird Mitte des Jahres vor dem Problem stehen, 60 bis 70 Milliarden US-Dollar sinnvoll anzulegen, berichtete der Frankfurter Value-Investor Dr. Hendrik Leber zu Beginn seiner eigenen diesjährigen Value-Konferenz am 6. Mai von der Buffett-Hauptversammlung in Omaha eine Woche zuvor.

„Welcher Wert ist noch sicher?“ Diese von Leber aufgeworfene Frage zog sich durch die gesamte Konferenz, zu der neben Investment-Profis wie Jens Kummer (SEB Asset Management Frankfurt), Jens Hansen (ValueInvest Asset Management Luxembourg) und Vitaliy Katsenelson (Investment Management Associates Denver USA) auch Außenseiter wie die Rallyemeisterin Jutta Kleinschmidt oder der Konstanzer Historiker Prof. Ernst Peter Fischer beitrugen. So gespalten wie die Investmentmärkte ist auch Lebers eigene Einschätzung der Konferenz – „ein Tag zum Träumen und gleichzeitig furchtbar langweilig“; wobei der Zuhörer unsicher blieb, ob das Prädikat „langweilig“ nicht eigentlich ein verstecktes Lob für die Investorenkollegen war, die systematisch und möglichst unter Ausschaltung menschlicher Emotionen versuchen, Modelle zu entwickeln, um unterbewertete Aktien aufzuspüren, frühzeitig zu kaufen und rechtzeitig, sobald sie ihren „fairen Wert“ erreicht haben, wieder zu verkaufen.

Denn so unterschiedlich im Detail die Profis zu Werke gehen, in einem sind sie sich doch einig: Analysen sind gut, aber Prognosen sind sinnlos; wer schon zu teure Aktien in der Hoffnung auf weitere Wertentwicklung kauft, wird häufig fehlspekulieren und am Markt nicht bestehen können. „Wir bewerten Rentabilität, wir warten ab, und schlagen dann zu, wenn die Gelegenheit günstig ist; wir nutzen Fehlbewertungsnischen, statistische Anomalien und Ineffizienzen. Bei hoher Konfidenz konzentrieren wir Investitionen, im Zweifel streuen wir breit“, so Leber. Vor allem Large Caps seien in Relation zum Wert billig.

Doch auch wenn Prognosen fruchtlos seien, so widerspreche dem nicht, „dass man Ziele haben muss“, so Leber. „Wenn Jutta Kleinschmidt nicht den Traum gehabt hätte, eines Tages in Dakar oben auf dem Podest zu stehen, wäre sie nie in Paris losgefahren. Nur wenn ich weiß, wo ich hin will, kann ich einen Weg finden.“ Da war dann das Bild vom Roadbook der Rallyefahrerin stimmiger als das von der Schatzkarte der Investoren, denn Kleinschmidt weiß, dass sie ständig den Vergleich zwischen der Wegbeschreibung, die der Rennveranstalter ihr zugesteht, und der Realität anstellen muss. „Und wenn man die Orientierung verliert: umkehren, da hilft sonst gar nichts“, so Kleinschmidt – als wollte sie einen Leitfaden für erfolgreiche Investoren schreiben.

„Die ständige Marktbeobachtung ist heute Pflicht, Fakten müssen ständig herangezogen werden, nicht nur, um die erste Investitionsentscheidung zu treffen, sondern auch um Verluste zu begrenzen, wenn sich Märkte ändern“, so Kummer, der mit zwei Kollegen sechs SEB-Fonds steuert und dazu die Risiken diverser Anlageklassen und –märkte analysiert. „Gleichzeitig wünsche ich mir häufig, ein Astronaut zu sein, der sich einfach von störenden öffentlich diskutierten Informationen abschotten kann.“

Jens Hansen, ValueInvest Asset Management S.A., Luxembourg, arbeitet statt mit Marktanalysen mit Fundamentalanalysen der Unternehmen, deren Anteile er erwirbt. Stabile Gewinne und niedrige Verschuldung stehen im Zentrum seines Interesses: „Wir suchen nach unterbewerteten Gewinnmöglichkeiten, nicht nach unterbewerteten Anlagemöglichkeiten“, konzentriert er seine Technik auf das Wesentliche. Ein von vorneherein hoher Sicherheitspuffer erlaube es, auch Rückschläge auszuhalten. „Wir und unsere Investoren müssen akzeptieren, dass man dabei manche Gelegenheiten verpasst.“ Seiner Ansicht nach sind aber zur Zeit Telekommunikationsunternehmen und Stromversorger unterbewertet.

Vitaliy Katsenelson, Portfolio Manager bei Investment Management Associates Inc., Denver, USA, sieht seine Herausforderung in Märkten, die sich seitwärts bewegen – wobei seine Vermutung dahin geht, dass die gegenwärtigen Seitwärtsphasen noch lange anhalten können. Er warnt gleichzeitig vor einer Überschätzung der eigenen Möglichkeiten: „Wir können versuchen, die Entwicklung von Einzelwerten im Zeitablauf richtig einzuschätzen, aber wir versuchen nicht, Market-timing zu realisieren.“ Er konzentriert sich in seinen Investitionsentscheidungen auf Dividendentitel und schlug auch den Bogen zurück zu Leber mit seiner Erkenntnis, dass Werte nicht objektiv bestimmt seien, dass die Marktteilnehmer selten rational handeln und gerade durch dieses irrationale Handeln erst Marktzyklen entstehen. „In einer perfekten Welt ohne Emotionen würden sich Aktienmarkt, Wirtschaftswachstum und Gewinne mit rund 5 Prozent pro Jahr gleichmäßig entwickeln“.

Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer von der Universität Konstanz brach in seinem Vortrag „Dampf und Dämpfung“ eine Lanze für die Romantiker im Gegensatz zu den Jüngern der Aufklärung. „Die Romantiker haben erkannt, dass wir weit davon entfernt sind, alles berechnen zu können, dass es Millionen von unterschiedlichen Möglichkeiten in der Realität gibt und dass man selber Werte entwickeln kann und muss. Dieser kreative Prozess ist der naturwissenschaftlichen Analyse nicht zugänglich.“ Die Naturwissenschaft, und dazu zählt Fischer auch die wirtschaftswissenschaftliche Marktanalyse, liefere zwar Informationen, nicht aber Wissen. „Die Romantik bringt die Wahrheit zum Vorschein, dass es Fragen ohne Antwort gibt. Mensch sein heißt nicht nur, seine Unmündigkeit aufzugeben und sich Gedanken zu machen, sondern so zu handeln, dass man Freiheit erfährt und seinem Leben eine Form gibt – etwa mit Hilfe von Wissen.“

Weitere Auskünfte über die Konferenz erteilt die ACATIS Investment GmbH, Taunusanlage 18 / mainBuilding, 60325 Frankfurt am Main, E-Mail: rueckert@acatis.de, Tel. 069 / 97 58 37 33.

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Dr. Hendrik Leber, ACATIS
Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführender Gesellschafter ACATIS.
Veröffentlichung frei in Verbindung mit Berichterstattung über ACATIS.

 

Antwortabschnitt - Acatis-Value-Konferenz

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