nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung Pressemitteilung Frankfurt am Main, 16.1.2006 nestor-Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung veröffentlicht neue Expertisen Experteninformationen zu "Archivierung von E-Journals", "Langzeiterhaltung multimedialer Objekte" und "Langzeiterhaltung wissenschaftlicher Rohdaten" kostenlos abrufbar Gebündeltes Fachwissen aus Unternehmen und öffentlichen Institutionen Digitale Ressourcen gewinnen in allen Bereichen des beruflichen wie privaten Lebens, in Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung an Bedeutung. Immer mehr Forschungsdaten, kulturelle Publikationen oder geschäftliche Unterlagen werden nur noch elektronisch erstellt und existieren überhaupt nicht mehr auf Papier. Umso dringlicher wird die Notwendigkeit, sich über die Langzeitarchivierung dieser Daten in einer schnelllebigen Zeit Gedanken zu machen, Kompetenzen, Richtlinien und Hilfestellungen dafür zu bündeln. Das BMBF-Projekt "nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung" hat sich zum Ziel gesetzt, Kompetenzen aus allen Bereichen der digitalen Archivierung in Institutionen, Organisationen und Unternehmen sichtbar und die Informationen im gesamten deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen. Zum Jahresbeginn 2006 werden drei Expertisen aus der Reihe der "nestor"-Materialien veröffentlicht, in denen Fachleute aus verschiedenen Sachgebieten jeweils den aktuellen Stand in Wissenschaft und Forschung dokumentieren. Die Publikationen wurden von den "nestor"-Projektpartnern redaktionell betreut und stehen auf dem Internetportal www.langzeitarchivierung.de als PDF-Dateien zum kostenlosen Download bereit. Wer die umfangreichen Dokumente nicht selber ausdrucken möchte, kann sie über das Internetportal gegen eine Gebühr gedruckt anfordern (ab Februar 2006). Die aktuellen Publikationen befassen sich mit den Themen "Archivierung von E-Journals", "Langzeiterhaltung multimedialer Objekte" und "Langzeiterhaltung wissenschaftlicher Rohdaten". Gunnar Fuelle und Tobias Ott (pagina GmbH, Tübingen) erläutern in ihrer Studie mit dem Titel "Langzeiterhaltung digitaler Publikationen - Archivierung elektronischer Zeitschriften" allgemeine Fragestellungen und Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit sogenannten "E-Journals". Ausgehend vom "Reference Model for an Open Archival Information System" (OAIS) befassen sich die Autoren mit der Frage, wie das OAIS-Konzept "Submission Information Package" - ein Paketformat für den Datenaustausch zwischen Produzenten der digitalen Objekte und dem Archiv - für elektronische Zeitschriften in die Realität eines produktiven Systems implementiert werden sollte. Ferner behandelt die Broschüre die Verwendung des "Metadata Encoding and Transmission Standard" (METS) beim Erstellen von E-Journal-Beiträgen. Mit den "Perspektiven der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte" befasst sich die Expertise von Wolfgang Coy (Humboldt-Universität zu Berlin). Die Problematik stellt sich bei diesen ausgesprochen heterogenen Publikationsarten wesentlich komplexer dar als bei anderen Objekten, die oft lediglich die Eigenschaften ihrer "herkömmlichen" Vorgänger in digitaler Form aufweisen. Die Expertise vermittelt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Langzeiterhaltung multimedialer Objekte, die bisher noch nicht in eine gesicherte Strategie überführt werden konnten. Coys Empfehlungen basieren auf dem derzeitigen Stand der Kenntnis in der Forschung bei der Archivierung verschiedener Formate und Metadatentypen, sowie der Speichermedien und der Strategien zur Migration von Daten. Um die Archivierung und langfristige Verfügbarkeit von Rohdaten aus wissenschaftlicher Tätigkeit und digital erfasste Forschungsdaten im Allgemeinen geht es in der Broschüre "Langzeitarchivierung von Rohdaten" von Thomas Severiens und Eberhard R. Hilf. Neben praktischen Hinweisen zum Umgang mit digitalen Rohdaten in der Forschung weist die Untersuchung auch auf zukünftig notwendige Maßnahmen zum Erhalt dieser Ressourcen hin. Vor allem drängen die Autoren auf eine stärkere Vernetzung der unterschiedlichen Fach- und Interessensbereiche in der digitalen Langzeitarchivierung. Bereits seit längerem stehen unter www.langzeitarchivierung.de die nestor-materialien 1 bis 3 zur Verfügung; es handelt sich um "Digitale Langzeitarchivierung und Recht" (Rechtsanwälte Goebel und Scheller), "Digitalisierung und Erhalt von Digitalisaten in deutschen Museen" (Dirk Witthaut unter Mitarbeit von Andrea Zierer, Arno Dettmers, Stefan Rohde-Enslin) und "Vergleich bestehender Archivierungssysteme" (Uwe M. Borghoff u. Mitarbeiter, Universität der Bundeswehr München, Fakultät für Informatik, Institut für Softwaretechnologie). Hinzu kommt der ebenfalls kostenlos erhältliche nestor-Ratgeber "Nicht von Dauer: Kleiner Ratgeber für die Bewahrung digitaler Daten in Museen" (Stefan Rohde-Enslin, Institut für Museumskunde). Das "nestor-Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung" wird als Teilprojekt des Vorhabens "Kompetenznetzwerk neue Dienste, Standardisierung, Metadaten" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2003 bis 2006 gefördert. Als "nestor"-Partner an den veröffentlichten Materialien beteiligt waren Die Deutsche Bibliothek, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, der Computer- und Medienservice und Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität Berlin, die Bayerische Staatsbibliothek, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, das Institut für Museumskunde der Staatlichen Museen zu Berlin / Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Bundesarchiv. 90 Zeilen mit ca. 60 Anschlägen, ca. 5300 Zeichen – Veröffentlichung frei, Beleg erbeten. Der Text steht online: www.mpr-frankfurt.de/presse oder kann per E-Mail angefordert werden. Verwenden Sie für Informationsanfragen oder Korrekturen in Ihrer Adresse bitte den Antwortabschnitt unten. 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